14.09.2026 — Rapideum

Kranzniederlegung für Dionys Schönecker

Am 14. September jährte sich der Todestag von „Mr.Rapid“ Dionys Schönecker zum 88. Mal.

„Mr. Rapid“ starb am 14.09.1938 mit nur 50 Jahren an einer Bauchfellentzündung. Unter Schöneckers Leitung als Trainer und/oder Sektionsleiter gewann Rapid insgesamt zwölfmal die österreichische Meisterschaft sowie 1930 den Mitropacup, den damals größten länderübergreifenden Bewerb Europas.

Zu Ehren seiner Verdienste für den Verein legte eine Delegation des SK Rapid, bestehend aus Präsident Alexander Wrabetz, Geschäftsführer SK Rapid Steffen Hofmann sowie Präsidiumsmitglied Nurten Yilmaz und Rapideum-Leiter Julian Schneps am Montagvormittag einen Kranz am Baumgartner Friedhof an Schöneckers Grab nieder.

Präsident Alexander Wrabetz: „Dionys Schöneckers langjähriger Einsatz für unseren Verein hat bis heute großen Einfluss auf unser Tun. Sein geprägtes Motto „Wer zusammenhält, gewinnt!“ ist bis heute ein unverzichtbarer Faktor in unserer täglichen Arbeit für die Farben Grün und Weiß. Stellvertretend für alle Rapidler würdigen wir deshalb auch heuer wieder den „Mr. Rapid“ an seinem Todestag.“

Visionär und Denker

Der legendäre Dionys Schönecker, seiner damaligen Zeit voraus, legte die Grundsteine für unseren so ruhmreichen Verein. Seine Statue steht heute vor dem Block West.

Als der 18-jährige Schriftsetzer Dionys Schönecker im Jahr 1906 erstmals für Rapids Kampfmannschaft auflief, wurde ihm keine große Spielerkarriere bescheinigt. Im Gegensatz zu seinem Bruder Eduard, der es sogar zu Länderspielehren bringen sollte, war Dionys fußballerisch nicht sonderlich begabt, wurde auch nur sporadisch eingesetzt, ja kurzfristig sogar an den Wiener Sport-Club verliehen. Sein wahres Talent zeigte sich erst 1910, als er die „Packeln“ an den Nagel hängte und die Geschicke Rapids als Trainer und Sektionsleiter in die Hände nahm.

Die Bestellung des erst 22-Jährigen zum sportlich und auch wirtschaftlich Hauptverantwortlichen war eigentlich eine Notlösung. Rapid war 1910 nämlich von fast allen guten Geistern verlassen worden und kurz vor dem Aus. Die Führung des hoch verschuldeten Vereins war geschlossen zurückgetreten, und auch ein Großteil der Spieler hatte dem SCR den Rücken gekehrt. Darüber hinaus kündigte die Stadt Wien den Pachtvertrag für den Rudolfsheimer Sportplatz, dessen Areal man für die Vergrößerung des Meiselmarktes brauchte, womit Rapid quasi über Nacht ohne Heimstätte da stand.

Doch just der bisher unauffällige Reservist Dionys Schönecker fasste sich ein Herz, machte aus der Not eine Tugend und rettete Rapid. Gemeinsam mit Kapitän Josef Schediwy formte er aus der talentierten „Jungmannschaft“ um „Seppl“ Brandstetter und „Rigo“ Kuthan, dessen Schwester Emilie er später heiraten sollte, eine schlagkräftige Truppe, die völlig überraschend die ein Jahr später erstmals ausgespielte Meisterschaft für sich entscheiden konnte. Markenzeichen der jungen Wilden war ein aus Budapest und Prag importiertes flaches, kurzes und schnelles Kombinationsspiel, welches das herkömmliche „Kick and Rush“ ablöste. Eine Prise Wiener Schmäh und der „Rapidgeist“ taten ihr übriges, um mit diesem System, in dem Schönecker und Schediwy die Zukunft des Fußballs erkannten und das später als „Scheiberln“ ein Hauptmerkmal der "Wiener Schule" werden sollte, den heimischen Fußball in den nächsten zehn Jahren fast nach Belieben zu dominieren.

Auch wirtschaftlich dachte Schönecker visionär und konnte dadurch einiges bewegen. Von der Pfarre Hütteldorf pachtete er ein Grundstück, auf das sein Bruder Eduard, der inzwischen zum gefragten Stadionarchitekten geworden war, die legendäre „Pfarrwiese“ baute, welche Rapid bis 1978 als Heimstätte dienen sollte. Der Umzug in den von Villen gesäumten Wald- und Wiesengürtel am Stadtrand brachte aber auch mit sich, dass sich deren meist wohlhabende Besitzer für den neuen Nachbarn zu interessieren begannen. Schönecker wusste auch diesen Umstand zu nutzen und konnte zahlreiche Künstler, Ärzte und Unternehmer als zahlungskräftige Mitglieder und Förderer für den Verein gewinnen. Auf diese Art gelang es Rapid binnen weniger Jahre nicht nur finanziell zu gesunden, sondern auch die Pfarrwiese sukzessive auszubauen, sodass dort schließlich 25.000 Zuschauer:innen Platz finden sollten.

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