Später Auswärtssieg
Dank drei Toren in der Rapidviertelstunde mit 4:1 ins Rückspiel:
Ein besseres Timing für ein Premieren-Auswärtsspiel in Estland hätte es für die Mannschaft von Cheftrainer Johannes Hoff Thorup wohl nicht geben können: Während in Wien die Hitzewelle wütete, gastierten unsere Rapidler bei angenehmen 23 Grad im Lilleküla Staadion und trafen dabei auf Paide Linnameeskond. Im Hinspiel der 3. Qualifikationsrunde zur UEFA Conference League wollte sich Grün-Weiß nach dem ungefährdeten Aufstieg eine gute Ausgangslage fürs Rückspiel erarbeiten, um in weiterer Folge das Play-off zu erreichen.
Und was sollen wir sagen: Trotz eines zähen Spielverlaufs verabschiedeten sich unsere Rapidler schlussendlich mit einem komfortablen 4:1-Auswärtssieg ins kommende Rückspiel!
Überschattet wurde das heutige Spiel jedoch von einem tragischen Schicksalsschlag, der die gesamte Rapid-Familie sprachlos macht. Ein junger, grün-weißer Fan (geb. 1997) ist heute bei der Anreise nach Estland aufgrund einer allergischen Reaktion verstorben. Unsere aufrichtige Anteilnahme und unser tiefstes Mitgefühl gelten im Namen des SK Rapid seiner Familie und allen Angehörigen. Ruhe in Frieden, Florian!
Frühe Führung, später Ausgleich
Die Partie startete hervorragend: Nach einem klaren Handspiel von Gegenspieler Victor Hugo entschied der Unparteiische nach kurzem VAR-Check auf Elfmeter – Bendi Bolla trat an und versenkte die Kugel eiskalt vom Punkt ins rechte untere Eck, 1:0 (5.)! Der Führungstreffer spielte uns glücklicherweise in die Karten, denn an der tiefstehenden Kette kamen wir nur schwer vorbei. In Minute 22 wurde Tonni Adamsen dann erstmals vorstellig, sein Abschluss segelte nur knapp über die Querlatte. In weiterer Folge fanden wir weiterhin keine Räume, die wir zu unserem Vorteil nutzen konnten – die Esten verteidigten zu konsequent. Es dauerte bis zur 34. Minute, als die erste grün-weiße Großchance zu Buche stand: Dank einer schnellen Spielverlagerung von Louis Schaub brachte Jonas Auer eine flache Hereingabe perfekt zur Mitte, Marco Tilio verfehlte im Rutschen das Gehäuse nur knapp.
Die Gastgeber hingegen nutzen ihre Chancen eiskalt aus: Nach einem Eckball klärte SP Raux-Yao noch an die Querlatte, der Ball sprang jedoch zurück ins Feld und landete vor den Füßen von Daniel Luts, der abgebrüht den Ausgleich erzielte, 1:1 (41.). Mit dem Remis gings somit vorerst in die Kabinen.
Zähe 93 Minuten, mit einem positiven Ausgang für Grün-Weiß! © GEPA
Geduldspiel mit positivem Ende
Auch in der zweiten Spielhälfte fiel es uns schwer, die gegnerische Abwehr zu knacken. Nikolaus Wurmbrand schaffte es dann mit einer guten Eins-gegen-Eins Aktion auf der Seite, seine Hereingabe konnte Marco Tilio jedoch nicht ganz unter Kontrolle bringen, der Abschluss wurde eifrig geblockt (53.). Frische Kräfte sollten Abhilfe schaffen: Petter Nosa Dahl ersetzte Marco Tilio (59.). Die nächste Torannäherung gelang dann Tobias Gulliksen, aber auch sein Versuch verfehlte den Kasten (62.).
Unser Cheftrainer reagierte erneut, brachte mit Moulaye Haïdara, Yusuf Demir und Nicolas Bajlicz spritzige Beine statt Niki Wurmbrand, Tobias Gulliksen und Louis Schaub (69.). Einen Fehler der Hintermannschaft nutzten unsere Rapidler dann sogleich eiskalt aus, mit seinem ersten Ballkontakt zwang Yusuf Demir den gegnerischen Keeper zur Parade (71.). Tonni Adamsen kam dann als nächster Grün-Weißer zu einer gefährlichen Aktion, sein Stanglpass fand jedoch keinen Abnehmer (79.). Doch in der 83. Minute atmeten die mitgereisten Fans endlich auf: Nach einem guten Laufweg von Yusuf Demir konnte der Keeper den Ball nicht festhalten, Moulaye Haïdara war zur Stelle und brachte uns in Führung, 2:1 (83.)! Nur zwei Minuten später folgte gleich der nächste Treffer, Bendi Bolla mit der flachen Hereingabe zur Mitte, wo Petter Nosa Dahl lauerte und auf 3:1 erhöhte (85.)!
In den Schlussminuten kam auch noch Eaden Roka statt Bendi Bolla zu seinem zweiten Europacupeinsatz (87.), dann legte Moulaye Haïdara noch einen Treffer nach: Eine traumhafte Ferserl-Weitergabe von Tonni Adamsen landete bei unserer Nummer 43, die mit einem überlegten Abschluss ihren Doppelpack schnürte, 4:1 (93.)!
Die Pflichtaufgabe war somit dank einer ereignisreichen Schlussphase erfüllt, mit dem 4:1 im Gepäck geht es nun ins Rückspiel am kommenden Mittwoch in Hütteldorf!
Fotos: GEPA
UEFA Conference League | 3. Qualifikationsrunde, Hinspiel | Lilleküla Staadion
Tore: Bolla (5./E.), Haïdara (83., 93.), Dahl (85.); Luts (41.)
Rapid-11: Hedl; Auer, Raux-Yao, Cvetković, Bolla (87. Roka), Schaub (69. Bajlicz), Seidl ©, Tilio (59. Dahl), Gulliksen (69. Y. Demir), Wurmbrand (69. Haïdara), Adamsen
Ersatz: Gartler, Göschl, Roka, Schöller, Kara, Dahl, Y. Demir, Bajlicz, Horn, Haïdara, Gröller, F. Demir